
Ein einfacher und schneller quantitativer Schweißtest basierend auf dem Farbumschlag von Kobaltchlorid

Ein einfacher und schneller quantitativer Schweißtest basierend auf dem Farbumschlag von Kobaltchlorid
Moser J., Kriehuber E., Trautinger F. | Skin Pharmacology and Physiology (2012)
Diese Kurzmitteilung von Forschern des Karl Landsteiner Instituts für Dermatologische Forschung und der Novartis Institutes for Biomedical Research in Österreich wurde 2012 in der Fachzeitschrift Skin Pharmacology and Physiology veröffentlicht.
Die Studie stellt einen einfachen, kostengünstigen und quantitativen Schweißtest unter Verwendung von Neuropad vor. Dies ist ein Pflaster auf Kobaltchloridbasis, das ursprünglich für das Screening der diabetischen Neuropathie entwickelt wurde. Die Autoren untersuchten, ob Neuropad® auch als zuverlässiges Instrument zur Messung der Schweißproduktion dienen kann – ein entscheidender Parameter bei der Diagnose und Überwachung verschiedener Zustände mit veränderter Schweißbildung, einschließlich Hyperhidrose und autonomer Dysfunktion.
Methoden
Es wurden handelsübliche Neuropad®-Pflaster verwendet, die einen Kobaltchlorid-Indikator enthalten, der sich bei Kontakt mit Feuchtigkeit (Schweiß) von Blau zu Rosa verfärbt. Es wurden zwei Szenarien getestet:
- Kontrollierte Flüssigkeitsapplikation in vitro: Kochsalzlösung (0,9 % NaCl) wurde in präzisen Volumina auf das Pflaster pipettiert. Die Farbveränderung wurde digital gescannt und mittels histogrammbasierter Rotkanal-Intensität in Adobe Photoshop analysiert.
- In-vivo-Humanstudien:
- Ein Proband absolvierte ein belastungsinduziertes Schwitzen auf einem Fahrradergometer.
- Pflaster wurden auf symmetrische Körperstellen aufgebracht, von denen eine 5 Tage lang mit einem Antitranspirant (Aluminiumchlorid) vorbehandelt worden war.
- Die Schweißansammlung wurde durch Entfernen der Pflaster zu verschiedenen Zeitpunkten (7–13 Minuten) gemessen.
Ergebnisse
- Die Farbitensität (Rotkanal) nahm mit höherem Flüssigkeitsvolumen zu, was eine starke quantitative Beziehung zwischen Feuchtigkeit und Farbton belegt.
- Die Schweißraten variierten je nach Körperstelle; das Abdomen zeigte die höchste Sekretion, die Oberschenkel die niedrigste.
- Die Verwendung von Antitranspirantien führte zu einer 25-prozentigen Reduktion der Schweißproduktion.
- Die Schweißansammlung über die Zeit verlief linear, was die Berechnung genauer Schweißraten ermöglichte (z. B. 0,136 μl/cm²/min am Abdomen).
- Die Methode erwies sich als hochempfindlich und reagierte nicht auf die Umgebungsfeuchtigkeit.
Diskussion
Im Vergleich zu herkömmlichen Tests (z. B. Jod-Stärke-Test nach Minor) bietet die Neuropad®-Methode Vorteile wie den Verzicht auf Spezialausrüstung, Schnelligkeit und Reproduzierbarkeit. Die Ergebnisse sind mit Standard-Bürowerkzeugen quantifizierbar. Einschränkungen bestehen bei behaarter Haut, möglicher Farbsättigung bei starkem Schwitzen und der Unfähigkeit, die Aktivität einzelner Drüsen zu isolieren.
Fazit
Neuropad® ist ein effektives Instrument zur Messung der Schweißproduktion. Es eignet sich besonders für die Bewertung von Hyperhidrose, die Überwachung neurologischer Erkrankungen und die Prüfung der Wirksamkeit von Antitranspirantien.
