
Die diabetische periphere Neuropathie ist eine schwerwiegende Komplikation bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes.

Eine Studie eines Teams des Deutsches Hospital, Buenos Aires, und des Hospital de Clínicas „José de San Martín“, Universität von Buenos Aires, Argentinien, wurde veröffentlicht. Diese bestätigt die Position, dass die diabetische peripherie Neuropathie, insbesondere an den Füßen, eine frühzeitige und diagnostizierbare Erkrankung sowohl bei Typ-1- als auch bei Typ-2-Diabetes darstellt.
In einer Übersichtsarbeit mit dem Titel „Early Diabetic Neuropathy: A Diagnostic Challenge“ (Duarte, 2017) stellt der Autor fest, dass die diabetische periphere Neuropathie eine Hauptkomplikation bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes ist und bereits frühzeitig, sogar noch vor einer Hyperglykämie, auftreten kann. In der Übersichtsarbeit heißt es:
„Hinsichtlich der Diagnose vertritt die American Academy of Neurology die Ansicht, dass Symptome allein eine geringe diagnostische Genauigkeit bei der Vorhersage einer Neuropathie aufweisen. Klinische Anzeichen sind bessere Prädiktoren als Symptome, und multiple Anzeichen sind wiederum aussagekräftiger als Einzelzeichen.“
Die American Diabetes Association empfiehlt, dass alle Patienten bei der Diagnose von Typ-2-Diabetes oder im Falle von Typ-1-Diabetes fünf Jahre nach der Diagnose und danach mindestens jährlich auf eine periphere Neuropathie untersucht werden sollten.
Dieses Screening auf diabetische periphere Neuropathie sollte eine sorgfältige Anamnese sowie die Beurteilung des Temperatur- oder Schmerzempfindens (Nadelstich) und des Vibrationsempfindens mittels einer 128-Hz-Stimmgabel umfassen, ebenso wie einen jährlichen 10-g-Monofilament-Test. Elektrophysiologische Untersuchungen sind selten erforderlich.
Die Schädigung der Nerven beginnt jedoch bereits frühzeitig während der glykämischen Dysregulation vor einer manifesten Hyperglykämie, auch bei Patienten mit einer „grenzwertig gestörten Glukosetoleranz“: Insulinresistenz und das metabolische Syndrom können neben der gestörten Glukosetoleranz unabhängige Risikofaktoren für eine periphere Neuropathie darstellen.
Die Stadieneinteilung der diabetischen Neuropathie ist von entscheidender Bedeutung. Die Diagnose einer asymptomatischen oder präklinischen Neuropathie ist unerlässlich, um das Fortschreiten in fortgeschrittene oder irreversible Stadien zu stoppen und weitere Komplikationen zu verhindern. Sobald Symptome auftreten, gibt es nur wenige wirksame Therapiestrategien.
Das Screening auf Neuropathie sollte jährlich eine Anamnese, eine Beurteilung der Sensibilität und einen Monofilament-Test umfassen. Standarduntersuchungen der Nervenleitung bewerten große Fasern, jedoch sind andere Techniken erforderlich, um kleine Fasern zu beurteilen.
Tests wie die kutanen Schweigeperioden, sympathische Hautantworten und QSART, Neuropad, konfokale Hornhautmikroskopie und Hautbiopsien können kleine Fasern bewerten, um eine autonome Neuropathie genau zu diagnostizieren und frühzeitige Interventionen zu ermöglichen.
