
Vorteile der Früherkennung diabetischer Neuropathie

Die Arbeit mit dem Titel „Advantages of early diagnosis of diabetic neuropathy in the prevention of diabetic foot ulcers“ (Sanz-Corbalán et al., 2018) erörtert den Nutzen des sudomotorischen Funktionstests (SFT) als klinisches Instrument zur Risikostratifizierung von Diabetikern sowie seine Fähigkeit, das Risiko für die Entwicklung von diabetischen Fußgeschwüren (DFU) früher zu erkennen als klinische Standardtests.
Hintergrund der Studie
Das diabetische Fußgeschwür ist eine der Hauptkomplikationen des Diabetes mellitus (DM), wobei schätzungsweise 10–25 % der Diabetiker im Laufe ihres Lebens ein DFU entwickeln. Einem Anteil von 85 % aller nicht-traumatischen Amputationen der unteren Gliedmaßen geht ein DFU voraus.
Die diabetische distal-symmetrische Polyneuropathie (DSPN) ist eine Art von Nervenproblem, das auftritt, wenn jemand über einen langen Zeitraum an Diabetes leidet. Sie beginnt in der Regel in den Füßen und Beinen (manchmal auch in den Händen) und tritt beidseitig auf.
Sie kann dazu führen, dass sich die Füße taub, kribbelig, schmerzhaft oder schwach anfühlen. Die DSPN ist die häufigste Ursache für Fußgeschwüre, treibt das Amputationsrisiko voran und ist zudem ein Prädiktor für die Sterblichkeit. Bei 90 % der Patienten mit DFU ist die DSPN die häufigste Ursache für die Geschwürbildung.
Ergebnisse der Studie
In dieser prospektiven Follow-up-Studie wurden 263 Diabetiker ohne aktives diabetisches Fußgeschwür (DFU) über einen Zeitraum von 3,5 Jahren beobachtet. Die Patienten wurden gemäß dem Risikostratifizierungssystem (RSS) der International Working Group eingestuft, basierend auf den Ergebnissen der Semmes-Weinstein-Monofilament-Untersuchung (SWME) und Biothesiometer-Messungen oder dem SFT. Das primäre untersuchte Ergebnis war die Entwicklung eines diabetischen Fußgeschwürs.
Die Ergebnisse zeigten, dass der SFT alle Patienten, die ein diabetisches Fußgeschwür (DFU) entwickelten, korrekt ihrer Risikogruppe zuordnete, mit einer Sensitivität von 100 % und einer Spezifität von 31,53 %.
Im Vergleich dazu wies der Ansatz mit SWME und Biothesiometer eine Sensitivität von 83,33 % und eine Spezifität von 50,47 % auf.
Die jeweilige diagnostische Genauigkeit der beiden Methoden wurde anhand der AUC-Werte bewertet, die wie folgt lauteten:
| Methode | AUC |
|---|---|
| SWME und Biothesiometer | 0.776 |
| Sudomotorischer Funktionstest (SFT) | 0.816 |
Basierend auf diesen Ergebnissen kommen die Autoren zu dem Schluss, dass der sudomotorische Funktionstest die Risikostratifizierung von Diabetikern in einer spezialisierten Abteilung für diabetische Füße verbesserte und die Patienten präzise nach ihrem Risiko für die Entwicklung eines DFU kategorisierte. Dies deutet darauf hin, dass die Früherkennung einer Neuropathie mittels SFT zur Vorbeugung von DFU beitragen kann.
Link zur Zusammenfassung (Artikel in englischer Sprache verfasst)
Advantages of early diagnosis of diabetic neuropathy in the prevention of diabetic foot ulcers (Sanz-Corbalán et al., 2018)
